Humboldt-Spektrum 03/2005
Humboldt-Spektrum 03/2005
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Universitätsmedizin Berlin finden Sie unter:
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GESCHLECHTERFORSCHUNG IN DER MEDIZIN
Das Zentrum für Geschlechterforschung in der Medizin
Judith Fuchs / Vera Regitz-Zagrosek
Heft 3/2005, S. 4-9
abstract
Die Geschlechterforschung in der Medizin befasst sich mit
Geschlechterunterschieden in klinischen Syndromen, wie zum Beispiel bei
Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen, entzündlichen oder neurologischen
Erkrankungen, die eine oft unterschätzte Rolle in der Entstehung und im
Verlauf von Krankheiten spielen. Die Ursachen und Folgen dieser
Unterschiede werden häufig sowohl in der Grundlagenforschung als auch
in Therapie und Prävention vernachlässigt, sie werden aber wohl in
Zukunft auch unter dem Aspekt der »individualisierten Therapie« eine
zunehmende Rolle spielen. An der Charité – Universitätsmedizin Berlin
wurde daher im November 2003 das erste Zentrum für
»Geschlechterforschung in der Medizin« (GiM) in Deutschland gegründet.
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ENDOKRINOLOGIE
Selen und Selenoproteine
Originell, essentiell und aktuell!
Lutz Schomburg / Ulrich Schweizer / Josef Köhrle
Heft 3/2005, S. 12-18
abstract
Das essentielle Spurenelement Selen gewinnt zunehmend an Bedeutung in
Medizin, Biochemie und Ernährungswissenschaft. Es ist das einzige
Spurenelement, dessen spezifische Position in Proteinen durch den
genetischen Code definiert und für eine kleine, aber wichtige Familie
von Proteinen namensgebend ist. Diese so genannten Selenoproteine
können, bedingt durch die besonderen physikochemischen Eigenschaften
der 21ten proteinbildenden Aminosäure Selenocystein, bestimmte
enzymatische Reaktionen besonders effektiv katalysieren. Beispiele
dafür sind Synthese und Abbau der Schilddrüsenhormone, die Modulation
des Immunsystems oder die Reparatur von Protein- und
Lipidoxidationsprodukten infolge unvermeidlicher Alterungsprozesse.
Daraus ergeben sich auch Konsequenzen einer guten Selenversorgung für
die Prävention und Therapie von Erkrankungen. Neben der immer klareren
Rolle für die Physiologie des Menschen sind Selenoproteine aber auch
aus molekularbiologischer Sicht überaus interessant, da ihre
Biosynthese sich von der »normaler« Proteine teilweise unterscheidet.
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NEUROLOGIE
Interdisziplinäre Schlaganfallforschung
Matthias Endres
Heft 3/2005, S. 20-22
abstract
Schlaganfall ist die häufigste Ursache für Pflegebedürftigkeit in
Deutschland. Die derzeit verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten sind
jedoch unbefriedigend und reduzieren die beträchtliche Morbidität und
Mortalität der Erkrankung nur unwesentlich. Unsere Arbeitsgruppe
»Interdisziplinäre Schlaganfallforschung«, die seit diesem Jahr von der
Volkswagen Stiftung durch eine Lichtenberg-Professur gefördert wird,
beschäftigt sich vor allem mit zwei wissenschaftlichen Konzepten. Zum
einen verfolgen wir in einem interdisziplinären Ansatz präventive, vor
allem vaskuläre Mechanismen und Interventionsmöglichkeiten des
Schlaganfalls. So bietet die Hochregulierung der körpereigenen
Stickstoffmonoxid-Produktion über eine Verbesserung der zerebralen
Durchblutung Schutz in der akuten Schlaganfallsituation (so z.B. durch
regelmäßige körperliche Aktivität). Zum anderen wollen wir jedoch im
Experiment auch Ansätze einer regenerativen Therapie gerade zu späten
Zeitpunkten verfolgen. Unsere Arbeitsgruppe ist an der Neurologischen
Klinik der Charité angesiedelt und verfolgt in enger Verknüpfung mit
der Abteilung für Experimentelle Neurologie, dem Berlin NeuroImaging
Centre, dem Neurowissenschaftlichen Forschungszentrum als Teil des
neugegründeten Centrums für Schlaganfallforschung Berlin einen
translationalen, integrativen Ansatz zur Verbesserung der
Schlaganfallbehandlung. [Volltext]
PHILOSOPHIE
Wirklichkeit ohne Illusionen - oder: Der Abschied vom
Skeptizismus
Olaf L. Müller
Heft 3/2005, S. 24-28
abstract
Seit den Matrix-Filmen streiten sich Informatiker und Laien, ob alle
unsere Erlebnisse und Eindrücke der Welt vollständig auf
Computersimulation beruhen könnten. Unser Autor behauptet, dass der
Streit längst entschieden ist: durch einen völlig neuartigen Beweis,
dessen geniale Grundidee der Harvard-Philosoph Hilary Putnam im Jahr
1981 publiziert hat. Wie sich zweifelsfrei demonstrieren lässt, ist die
Welt garantiert keine Illusion aus dem Simulationscomputer. [Volltext]
MIKROSOZIOLOGIE
Der 7. Familienbericht
Erkenntnisse und Vorschläge
Hans Bertram
Heft 3/2005, S. 30-33
abstract
Unter dem Titel »Familie zwischen Flexibilität und Verlässlichkeit – Perspektiven für eine lebenslaufbezogene Familienpolitik« hält die Kommission des 7. Familienberichts zuallererst fest, dass eine nachhaltige Familienpolitik eine Investition in die Zukunft der Gesellschaft darstellt. Die Auseinandersetzung mit dem Thema Familie von allen Gesellschaftsmitgliedern – und nicht nur jenen, die derzeit in Familien leben – ist dafür Voraussetzung. Aus der vergleichenden Untersuchung von Familien und Familienpolitik anderer europäischer Länder ergeben sich für die Kommission aufschlussreiche Perspektiven und Modelle. Es werden Vorschläge für eine Familienpolitik entwickelt, die durch die Kombination der drei Elemente Neuzuschnitt von Geldleistungen, Zeitpolitik und Infrastrukturpolitik familienfreundliche Voraussetzungen schaffen kann. [Volltext]
LITERATURWISSENSCHAFT
Populäre Medien im interdisziplinären Kontext
Zur Überwindung eines Forschungsdesiderats
Thomas Kramer
Heft 3/2005, S. 34-39
abstract
Seit dem Einbruch der Moderne beeinflussen populäre
Medien die Lebenswelten der Menschen. Ob Feuilletonroman oder Comic,
Fernsehserie oder Computerspiel – sie bieten Fluchträume aus
bedrückenden Realitäten. Nie zuvor war ihr Einfluss auf unseren Alltag
so groß, der Stil der Präsentation so perfekt, die Gewinne der
Medienindustrie so unvorstellbar. Trotzdem fehlt es an
interdisziplinär angelegten Forschungsansätzen. [Volltext]
DARSTELLENDE KUNST
ante portas - Holzobjekte und Holzdrucke
Eine Ausstellung von Ruth Tesmar
Renate Reschke
Heft 3/2005, S. 40-46
abstract
Alles Sichtbare haftet am Unsichtbaren, alles Hörbare am Unhörbaren,
alles Fühlbare am Unfühlbaren. Alles Denken vielleicht am
Undenkbaren. Novalis´ Satz auf dem Druck, der den Titel der
Ausstellung trägt, die im Juni/Juli 2005 in der Abguss-Sammlung Antiker
Plastik in Berlin zu sehen war, deutet das Anliegen der Künstlerin an:
Räume zu öffnen für Sinne und Gedanken, Sensibilität zu provozieren für
Zeitreisen in Geschichte(n) und Mythen, für die Faszination, in irdenem
Material Spuren gelebten Lebens zu entdecken. Ruth Tesmars Holzobjekte
machen Unsichtbares sichtbar, Undenkbares denkbar. [Volltext]
REHABILITATIONSWISSENSCHAFTEN
SNOEZELEN
Untersuchungen zu Wirkungsweisen innerhalb der
Rehabilitationspädagogik
Krista Mertens
Heft 3/2005, S. 48-52
abstract
Im Rahmen verschiedener Forschungsprojekte zur Objektivierung der
Wirksamkeit diagnostischer und therapeutischer Verfahren und deren
Anwendung in der Förderung und Therapie wird am Institut für
Rehabilitationswissenschaften im Bereich der Körperbehindertenpädagogik
das Snoezelen untersucht. Dazu steht im Institut ein Snoezelenraum zur
Verfügung, der jeweils so umgestaltet werden kann, dass er für
unterschiedliche Adressaten das ideale Ambiente für solche
Interventionsangebote bietet. [Volltext]
FORSCHUNG / LEHRE
Forschendes Lernen
Begleitung diagnostischer und therapeutischer Verfahren in der Rehabilitationspädagogik - Ein interdisziplinäres studentisches Projekt
Beate Meffert / Krista Mertens / Gerd Schneider
Heft 3/2005, S. 54-58
abstract
Die universitäre Ausbildung umfasst nicht nur die Vermittlung
disziplinären Wissens, sondern auch die Vermittlung von
wissenschaftlichen Arbeitsmethoden und ein Training in der Präsentation
von wissenschaftlichen Erkenntnissen in mündlicher oder schriftlicher
Form. Wenig verbreitet ist, dass bereits Studierende Erfahrungen in der
Gruppenarbeit sammeln können und noch seltener anzutreffen sind
interdisziplinär zusammengesetzte Gruppen für eine gemeinsame
Projektbearbeitung. Über ein solches kürzlich an den Instituten für
Informatik und Rehabilitationswissenschaften durchgeführtes Projekt
berichtet dieser Beitrag. [Volltext]
Neuberufungen /
Veröffentlichungen
[Volltext]

